Das Ende der Sonne

Ich weiß nicht recht, wie ich beginnen soll. Die meisten von euch, vermute ich, werden mittlerweile von dem Autounfall bei Martfeld gehört haben, bei dem am Mittwoch zwei 18-jährige Mädchen ums Leben kamen. Speziell unter den Lesern dieses Blogs sind die Opfer glaube ich nicht wirklich oder nur wenig bekannt. Es handelte sich bei ihnen um zwei Mädchen aus dem 12. Jahrgangs des Gyms Syke, um Melanie Raven und Franziska Rappe.

Ich habe Franzi gekannt. Nicht sehr eng. Wir hatten nie privat miteinander zu tun. Man traf sich vor Jahren auf dem Koma, ich weiß nicht einmal mehr, wie. Vielleicht auch einfach in der Schule. Eine lockere Bekanntschaft bezeichnet es vielleicht am besten. Und ich bin sehr froh, diese Bekanntschaft gehabt zu haben. Franzi gekannt zu haben…

Selten habe ich jemanden getroffen, der auch nur im Ansatz soviel positive Energie, soviel Leben und Liebenswürdigkeit versprüht. Viele bezeichnen sie – vor allem jetzt – als ihren Sonnenschein. Ich kann es verstehen. Sie war eine Sonne.

Und jetzt? Weg. Es erschließt sich mir nicht. Ich kann es nicht begreifen. Ich will es auch nicht begreifen. Dieser Welt ist ein Mensch abhanden gekommen, der die Lebenslust selbst war, voller Träume. Ein ganzes Leben vor sich. In einem kurzen Moment ist all das verloschen. Zurück bleiben wir. Eine so große Menge von Trauernden, die schon allein für sich spricht. Die Wenigsten werden jemals so beliebt.

Ich weiß schon nicht, wohin mit mir. Im Entferntesten kann ich mir nicht vorstellen, wie unendlich schlimm es für diejenigen sein muss, die sie gut kannten, die ihre engsten Freunde waren, die ihre Familie waren. Es ist mir unvorstellbar. Es ist grauenhaft, es ist unfair, es sollte einfach nicht sein.

Die Sonne ist verloschen. Und ich kann es nicht begreifen. Der Wunsch, das alles ungeschehen zu machen ist so mächtig wie hoffnungslos. Alles was uns bleibt, ist die Erinnerung an einen wunderbaren Menschen. An ein Mädchen, das viel zu früh sterben musste, an ein Lächeln, das schmerzlich fehlen wird und unwiederbringbar verloren ist.

Franzi, wo immer du jetzt bist – wir werden dich niemals vergessen. Ich werde dich nicht vergessen.

Du fehlst.

An Claas Könenkamp: Danke für Deine Worte (Quelle: allzutaegliches )